Eiweiß ab 50: Warum es jetzt wichtiger wird als je zuvor

Eiweiß ab 50: Warum es jetzt wichtiger wird als je zuvor

Eiweiß ab 50: Warum es jetzt wichtiger wird als je zuvor

Mehr Eiweiß auf dem Teller ist einer der einfachsten Hebel, um ab 50 stark, beweglich und selbstständig zu bleiben. In diesem Beitrag erfährst du, warum dein Körper jetzt mehr davon braucht, wie viel es sein sollte und wie du es ganz ohne Aufwand in deinen Alltag einbaust.

Was mit unseren Muskeln ab 50 passiert

Ab etwa 30 Jahren beginnt der Körper langsam, Muskelmasse abzubauen. Ab 50 nimmt dieser Prozess deutlich Fahrt auf. Ohne Gegensteuern verlieren wir pro Jahr rund ein bis zwei Prozent unserer Muskulatur. Fachleute nennen das Sarkopenie.

Anfangs merkt man davon wenig. Irgendwann fällt aber auf, dass die Einkaufstüten schwerer werden, das Aufstehen aus dem tiefen Sessel mühsamer ist oder man beim Treppensteigen stärker ins Schnaufen kommt. Weniger Muskeln bedeuten auch: schlechteres Gleichgewicht, höhere Sturzgefahr und ein langsamerer Stoffwechsel.

Die gute Nachricht: Muskeln lassen sich in jedem Alter aufbauen. Dafür braucht es zwei Dinge, die zusammenarbeiten: Krafttraining als Signal und Eiweiß als Baumaterial.

Warum der Körper ab 50 mehr Eiweiß braucht

Eiweiß, auch Protein genannt, besteht aus Aminosäuren. Diese nutzt der Körper, um Muskeln, Knochen, Haut, Haare, Hormone und Abwehrzellen aufzubauen und zu reparieren.

Mit den Jahren reagieren die Muskeln weniger stark auf das Eiweiß aus der Nahrung. Man spricht von einer "anabolen Resistenz". Einfach gesagt: Der Körper braucht eine größere Portion, um denselben Effekt zu erzielen wie mit 30. Gleichzeitig essen viele ältere Menschen insgesamt weniger, weil der Appetit nachlässt. So entsteht schnell eine Lücke.

Wie viel Eiweiß ist sinnvoll?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt:

  • Erwachsene bis 64 Jahre: 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag
  • Ab 65 Jahren: 1,0 g pro Kilogramm Körpergewicht am Tag

Viele Fachleute halten für aktive Menschen ab 50, die regelmäßig trainieren, 1,0 bis 1,2 g pro Kilogramm für sinnvoll.

Ein Rechenbeispiel: Eine Frau mit 70 kg braucht bei 1,0 g pro Kilogramm rund 70 g Eiweiß am Tag. Das klingt viel, ist aber mit ein paar Kniffen gut zu schaffen.

Wichtig: Wer eine Nierenerkrankung hat, spricht die Eiweißmenge bitte vorher mit dem Arzt ab.

Die besten Eiweißquellen

Lebensmittel

Menge

Eiweiß (ca.)

Hähnchenbrust

150 g

35 g

Magerquark

250 g

30 g

Lachs

150 g

30 g

Hüttenkäse

200 g

25 g

Skyr

150 g

16 g

Linsen (gekocht)

200 g

18 g

Tofu

100 g

14 g

Eier

2 Stück

13 g

Harzer Käse

50 g

15 g

Haferflocken

50 g

7 g

Pflanzliche Eiweißquellen

Auch ohne Fleisch lässt sich der Bedarf gut decken. Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen, dazu Tofu, Nüsse, Samen und Vollkorngetreide sind wertvolle Lieferanten. Der Trick: Kombinieren. Bohnen mit Reis, Linsen mit Vollkornbrot oder Kartoffeln mit Ei ergänzen sich gegenseitig und erhöhen die Qualität des Eiweißes.

Der wichtigste Tipp: Eiweiß über den Tag verteilen

Der Körper kann pro Mahlzeit nur eine gewisse Menge Eiweiß für den Muskelaufbau nutzen. Deshalb ist es besser, zu jeder Mahlzeit etwa 20 bis 30 g einzuplanen, statt alles am Abend zu essen.

Viele Menschen frühstücken fast nur Kohlenhydrate, zum Beispiel ein Brötchen mit Marmelade oder ein Müsli mit wenig Milch. Genau hier liegt das größte Potenzial.

So kann ein eiweißreicher Tag aussehen

Mahlzeit

Beispiel

Eiweiß (ca.)

Frühstück

200 g Magerquark mit Beeren, 2 EL Haferflocken und ein paar Nüssen

28 g

Mittag

Linsen-Gemüse-Pfanne mit einem Ei oder 120 g Lachs mit Kartoffeln und Gemüse

25 g

Nachmittag

Ein Glas Buttermilch oder ein Skyr

10 g

Abend

Zwei Scheiben Vollkornbrot mit Hüttenkäse, Tomate und Gurke

20 g

Das ergibt rund 80 g Eiweiß, ganz ohne Pulver und ohne komplizierte Rezepte.

Und was ist mit Eiweißpulver?

Eiweißpulver ist kein Muss. Wer sich abwechslungsreich ernährt, schafft seinen Bedarf auch so. Es kann aber eine praktische Ergänzung sein, etwa wenn der Appetit klein ist oder es nach dem Training schnell gehen soll. Achte dann auf ein Produkt ohne viel Zucker und mit kurzer Zutatenliste.

Häufige Fragen

Ist zu viel Eiweiß schädlich? Für gesunde Menschen sind die hier genannten Mengen unbedenklich. Bei Nierenerkrankungen gilt: vorher ärztlich abklären.

Macht Eiweiß dick? Nein. Eiweiß macht sogar besonders lange satt und kann dabei helfen, das Gewicht zu halten.

Reicht Eiweiß allein für starke Muskeln? Nein. Ohne Bewegung und Krafttraining fehlt das Signal für den Aufbau. Eiweiß und Training sind ein Team.

Fazit

Mit zunehmendem Alter wird Eiweiß zu einem echten Schlüssel für Kraft und Lebensqualität. Du musst dein Essen nicht komplett umstellen. Fang einfach beim Frühstück an, bau zu jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle ein und kombiniere das mit regelmäßigem Training. Schon nach wenigen Wochen merkst du oft einen Unterschied.

Was ist deine liebste Eiweißquelle? Schreib es mir gern in die Kommentare.

Deine Jenny 

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